MediaAnalyzer Blog
1Mrz/130

Augen auf Online-Werbung (Teil II): Werbe-Videos im WWW

Daniel-Jaeckel

Das Video Portal youtube.com testet in Deutschland derzeit ein neues Konzept für die Darstellung von Werbe-Spots. Dabei kann der Nutzer aus einer Palette verschiedener Spots genau den auswählen, den er am liebsten sehen möchte. Dadurch wird die Relevanz der gezeigten Werbung für den Rezipienten erhöht, was, so erhoffen sich zumindest die Initiatoren, positive Effekte auf die Werbewirkung hat. Dies könnte ein Schritt in die Richtung sein, neue innovative Werbeformen im World Wide Web einzusetzen, wie dies vor einigen Wochen in dem Artikel Augen auf Onlinewerbung Teil I angesprochen wurde. Die Möglichkeiten: Unter dem Namen TrueView liefert youtube.com dem Nutzer eine Auswahl aus drei verschiedenen Werbespots. Der User kann nun entscheiden welchen dieser Spots er sehen möchte oder aber er entscheidet sich gegen alle Vorschläge und lässt doch lieber Youtube entscheiden. In diesem Fall entstehen keine Werbekosten für Unternehmen, welche über TrueView werben. Außerdem bietet youtube.com die Möglichkeit die Werbung bei längeren Videoclips als Werbeunterbrechung einzubauen, statt diese vor Beginn des Spots abzuspielen.

Die Optionen des Youtube TrueViewGanz neu ist das Konzept von youtube.com jedoch nicht, denn in den USA haben Plattformen wie hulu.com ähnliche Ansätze bereits erfolgreich implementiert. Der US-Videohoster hulu.com patentierte bereits 2007 seinen „Ad Selektor“ Service, durch welchen die Nutzer in der Lage sind sich einen Spot aus dem Inventar der Videoplattform auszuwählen. Der Unterschied zu youtube.com: Für diese Werbe-Videos  besteht nicht die Möglichkeit, den Spot auch während des Videos – als Werbeunterbrechung - anzusehen.

Ob youtube oder hulu.com, laut basicthinking.de sollen diese Konzepte der freien Auswahl die Wirkung der gezeigten Spots verstärken. Die Hoffnung ist es, dass sich die Auswahlmöglichkeit des Rezipienten positiv auf die Wirkung der rezipierten Werbung auswirkt. Und diese Hoffnung ist durchaus berechtigt. Wie eine Studie von Alex Wang von der Universität von Connecticut aus dem Jahr 2011 zeigte, wirken sich interaktive Werbeelemente positiv auf das Involvement, das Engagement und die Einstellung aus und sind in diesen Belangen den klassischen, nicht-interaktiven Werbeformen gegenüber im Vorteil. Außerdem wirkte sich die interaktive Werbung positiv auf die Brand Awareness aus.

Es gab auch andere Versuche, Online-Werbung interaktiv zu gestalten. Ein Beispiel ist die Kampagne „Tippexperience“ der Firma Tipp-Ex aus dem letzten Jahr, die anhand ihres interaktiven Werbe-Spots allein auf youtube.com knapp 10 Millionen Aufrufe erzielen konnten. Das Video „Hunter and Bear’s  2012 Birthday Party“ führt den User in ein Sezenario der beiden Werbefiguren und überlässt es dann der Hand des Zuschauers den weiteren Verlauf der Story zu bestimmen. Dabei bewiesen die Produzenten des Spots Einfallsreichtum und schufen unzählige alternative Enden und interessante Interaktionsmöglichkeiten für den User.

Während dieser Ansatz sich jedoch nur auf einen Spot bezieht und gemessen an der Lebensdauer einer solchen Kampagne wahrscheinlich einen hohen Produktionsaufwand mit sich brachte, ist der Ansatz den youtube.com nun verfolgt deutlich breiter aufgestellt. Vorerst sollen zwar nur ausgewählte Werbe-Videos in das neue Verfahren integriert werden, wenn sich dieses Konzept jedoch etabliert, verfügt es über das Potenzial die Akzeptanz für und die Werbewirkung von Online-Video-Werbung dauerhaft zu verändern.

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