MediaAnalyzer Blog
2Okt/14Off

Musik in den Köpfen der Zielgruppe

Verena Piaskowy

TV-Spots bedienen sich gerne passender Songs um ein Produkt oder eine Marke perfekt in Szene zu setzen. Die Musik transportiert dabei nicht nur die Stimmung und weckt Emotionen, sie trägt auch dazu bei, dass wir die beworbenen Produkte damit verknüpfen. So denkt der Kunde im Optimalfall immer, wenn er den Werbesong hört, an das Produkt. Einige Musiktitel lernen wir auch erst über einen TV-Spot kennen, bevor wir sie dann irgendwann auch im Radio hören. So haben beispielsweise die Dauerbrenner „Safe and Sound“ von Capital Cities und „We are the People“ von Empire Of The Sun lange implizit für Vodafone geworben.

Es kommt allerdings auch vor, dass ein Song von verschiedenen Marken für die Fernsehwerbung genutzt wird. Liegen zwischen Marke1 und Marke2 bereits einige Jahre, wird dies vermutlich kaum jemandem auffallen. Falls der Song aber so stark mit der Marke verknüpft ist, wird es der „Nachahmer“ schwer haben.

Wer erinnert sich nicht an den emotionalen TV-Spot, in dem ein Vater seiner kleinen Tochter E-Mails schreibt?

Die dazugehörige Musik ist auf jeden Fall im Kopf geblieben. Es fällt schwer, bei der aktuellen Werbung für Garnier UltraLift nicht automatisch an Google zu denken.

Mit einem besonderen TV-Spot präsentierte sich Volvic in letzter Zeit im TV. Eindrucksvolle Natur-Szenen, etwas düster gehaltene Farben, gepaart mit kraftvoller Musik von Woodkid.

Fast könnte man glauben, Volvic hätte nach einiger Zeit eine kürzere Version des TV-Spots im deutschen Fernsehen geschaltet. Ähnlich von der Art, von den Bildern und den Farben her und auch die Musik ist geblieben. Wenn man der kurzen Einblendung des Logos zu Beginn keine Aufmerksamkeit schenkt, dann lösen erst die letzten Sekunden auf: dieser Spot wirbt für ein Parfum von Diesel.

Bei der Auswahl für die musikalische Untermalung eines TV-Spots muss man also Augen und Ohren offen halten, um sich individuell in den Köpfen der Zielgruppe platzieren zu können.

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18Mrz/14Off

Warum Pretests überflüssig sind

Joachim Agüeras Netz

Marktforscher sind ja immer schnell dabei, alles testen zu wollen. Besonders Werbekampagnen stehen dabei im Zentrum des Forschungsinteresses. In diesem Artikel soll dies einmal kritisch beleuchtet werden. Es gibt nämlich eine ganze Reihe von guten Gründen, die gegen Pretests sprechen.

Top 5 Gründe gegen Pretests

Nr. 1: Marktforschung verhindert Kreativität

Wir alle wissen, wenn man Marktforschung durchführt, bekommt man die Meinung der Zielgruppe zu hören. Und die stimmt nicht immer mit dem überein, was doch eigentlich cool und witzig ist. Vielleicht verstehen die Consumer sogar die Idee gar nicht! Also: Lassen wir es lieber. Über die Qualität einer Kampagne sollten einzig Werbe-Awards entscheiden.

Nr. 2: Kein Budget

Wer gibt schon gerne 10.000 Euro für einen Test aus, wenn das Gesamtbudget der Print- oder Outdoor-Kampagne gerade einmal bei 250.000 Euro liegt? Da blieben umgerechnet nur mickrige 96% des Budgets übrig, wenn man die Kampagne testet und optimiert. Das ist nicht zu rechtfertigen. Erst recht nicht bei TV-Kampagnen im Millionenbereich.

Nr. 3: Unsere Agentur mag keine Pretests

Wenn die Agentur keine Pretests mag, sollte man auch keine machen. Kreative mit schlechter Laune machen schlechte Kampagnen, das weiß man ja. Also, lieber bei einem Latte Macchiato die Wirkung von Zinnoberrot auf ledige Heimwerker über 50 diskutieren, als mit harten Fakten schlechte Stimmung machen.

Nr. 4: Auch getestete Kampagnen können versagen

Stimmt. Und auch Autos mit Airbags haben gelegentlich einen Unfall. Was lernen wir daraus? Pretests sind überflüssig, Airbags ebenso. Wer gut fahren kann, braucht gar keinen Airbag. Wer gute Werbung macht, braucht keinen Test. So einfach ist das. Und nebenbei bemerkt, dieser komische Sicherheitsgurt nervt auch immer und zerstört meinen Style.

Nr. 5: Ich kenne da eine sehr erfolgreiche Kampagne, die nicht getestet wurde.

Daraus ergibt sich dank absolut zwingender Logik: Starke Kampagnen brauchen gar keinen Test! Dass es Millionen schlechte Kampagnen gibt, die ebenfalls nicht getestet wurden, ist hingegen nur ein Gerücht.

Also, liebe Leser, wenn Sie jetzt nicht überzeugt sind, dass Pretests überflüssig sind, können wir Ihnen leider auch nicht helfen. Dann melden Sie sich eben demnächst wieder bei uns und buchen einen weiteren nutzlosen Test. Wir haben Sie gewarnt. ;)

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18Okt/12Off

Red Bull auf Höhenflug

Daniel-Jaeckel

Das Kamerasystem des Stratos

Das Kamerasystem des Stratos (Quelle: RedBull Content Pool)

Vergangen Sonntag machte sich Felix Baumgartner daran, vom Rande des Weltalls auf die Erde herab zu springen. Mit nicht viel mehr als einem Schutzanzug und einem Fallschirm.

Was auf der einen Seite einen Weltrekord und eine beeindruckende Extremleistung darstellte, war auf der anderen Seite eines der größten Marketingprojekte überhaupt. Durchgeführt von einem der vielleicht geschicktesten Konzerne im Marketing-Business.

Red Bull sponsert Extremsport-Events aller Art, in der Hoffnung ihrem Produkt damit ein Grenzgänger-Image zu verleihen. Ob es sich um Motocross, Kunstflüge oder Eisrennen handelt, Red Bull ist überall dabei, wo es zur Sache geht. Und dieses Konzept geht auf!

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13Aug/12Off

Schwul ist cool…

Ilka Ringleb

…so heißt es in einem unlängst erschienenen Artikel auf Spiegel-Online.

Anzeige von General Motors

Anzeige von General Motors

Darin geht es konkret um eine aktuelle Anzeige von General Motors, in welcher sich ein Chevrolet bei Mom und Dad als Elektroauto outet.  Eine, wie ich (als Heterosexuelle)  finde, sehr gelungene und humorvolle Anzeige. Da ist es doch eigentlich fast schon schade, dass die Werbung bisher nur in vereinzelten Magazinen geschaltet wird. Sicher: Die kaufkräftige Zielgruppe Homosexueller soll gezielt angesprochen werden ohne dabei befürchten zu müssen, besonders konservativ denkende Heterosexuelle zu verschrecken. Aber ist dieses Risiko tatsächlich so hoch?

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6Dez/11Off

Wie Testimonials wirken oder: Herr Kaiser und Der Kaiser…

Joachim Agüeras Netz

Egal ob der Kaiser Franz oder Herr Kaiser von der Hamburg Mannheimer - die Auswahl eines passenden, starken Testimonials oder Models für die Werbekampagne ist ein bedeutsamer Schritt, schließlich schafft man hiermit im besten Fall einen echten Markenbotschafter (und im schlechtesten Fall einen echten Kundenschreck).

Doch was macht ein gutes Testimonial aus? Muss es bekannt sein, ein A-Promi wie Beckenbauer oder Bohlen? Und wie wirken Darsteller, die selbst gar keine Promis sind, aber durch

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8Jul/11Off

Online-Erreichbarkeit schwieriger Zielgruppen zunehmend leichter

Sebastian Grandt

Gerade in den Anfängen war die schwierige Erreichbarkeit von Zielgruppen ein wesentlicher Kritikpunkt an Online-Marktforschung und Online-Werbung. Während jüngere (und technikaffine) Männer sehr schnell recht gut im Internet zu erreichen waren, konnten gerade ältere Menschen nur schwer angesprochen werden.

Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt aber deutlich, dass der Anteil der typischen Offliner kontinuierlich schrumpft. Die gerade erschienene ard-zdf Onlinestudie illustriert: 

In den letzten fünf Jahren sind mehr als 10 Millionen Deutsche Onliner hinzugekommen.

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18Apr/11Off

Werbung an der Zielgruppe vorbei

Joachim Agüeras Netz

Wer ist eigentlich Ihre Zielgruppe? Meistens bekommt man auf diese Frage Antworten wie beispielsweise: "überwiegend weiblich, zwischen 25 und 49 Jahren, interessiert sich für XY". Diese Antwort ist naheliegend, denn mehr weiß man in der Regel gar nicht über die Menschen, für die man jedes Jahr Werbekampagnen im Wert von mehreren Millionen Euro kreiert.

Doch Moment mal. Wir bewegen uns in einem Geschäft, in dem jedes Jahr Millionen für Werbung ausgegeben werden, wissen aber eigentlich fast gar nichts

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17Mrz/11Off

Zielgruppe kreiert ihr eigenes Produkt

Joachim Agüeras Netz

Gemeinhin werden neue Produkte firmenintern in einem längeren Prozess kreiert, an dem typischerweise mehrere Abteilungen beteiligt sind, u.a. F&E, Marktforschung, Marketing. Ritter Sport geht mit der Blogschokolade einen ungewöhnlichen Weg: Die 'Community' erschafft das Produkt selbst.

Von der Auswahl der Inhalte der neuen Schokolade über die Namensfindung bis zur Gestaltung der Verpackung wird alles in einem mehrstufigen Auswahlverfahren durch die Fans der Marke bestimmt. Die Firma moderiert (nach eigener Aussage)

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