MediaAnalyzer Blog
14Aug/13Off

Sixt schiesst über das Ziel hinaus – Grenzen der Provokation im Fall Mollath

Sebastian Grandt

Dass wir die polarisierenden und auf der Grenze wandelnden SIXT-Motive nicht immer schlecht finden, dürfte regelmäßigen Lesern dieses Blogs noch präsent sein.

Nun legte der Autovermieter erneut ein aktuelles Motiv mit Talk-of-the-town-Potential vor.

Unter einem Foto von Gustl Mollath wirbt der Autovermieter mit dem vermeintlichen Zitat

"Wenn hier jemand verrückt ist, dann SIXT mit seinen Preisen".
(Eine Bildeinbindung unterlassen wir aus Rücksicht auf Gustl Mollath )

Abgesehen von den zu erwartenden rechtlichen Konsequenzen - Der Anwalt von Mollath hat diese bereits angekündigt - erscheint uns dieses Motiv aus unterschiedlichen Perspektiven heraus problematisch:

Im Gegensatz zu den in der Regel (und häufig ungefragt) verwendeten Testimonials z.B. aus der Politik erreichte der auf dem aktuelle Motiv thematisierte Gustl Mollath seine Medienpräsenz nicht aufgrund seines Berufes oder seiner Position. Während Merkel und Co. Sich zumindest über öffentliche Präsenz freuen dürften (und dabei stets getreu dem Motto ‚es gibt keine schlechte PR‘ wenigstens wahrgenommen werden möchten), will Mollath vermutlich das genaue Gegenteil.

Während Politiker freiwillig eine Position anstreben, die in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird, ist davon auszugehen, dass Herr Mollath dieses nicht zum Ziel hatte.

Er ist im Gegensatz sogar nur deshalb einer größeren Öffentlichkeit bekannt, weil seine Freiheit beschnitten wurde.

Nun wird aufgrund vielfältiger öffentlicher Reaktionen der Fall Mollath neu aufgerollt und die eingeschränkte Freiheit soll – so gut es geht – wiederhergestellt werden, da kommt SIXT daher.

Versetzt man sich in die Situation von Gustl Mollath fällt es nicht schwer, sich vorzustellen dass er gerade alles lieber möchte, als ungefragt die Werbefigur eines Autovermieters zu spielen.

Neben den ethisch-moralischen Bedenken dürfte im Gegensatz zu den anderen provokanteren Motiven auch die Wahrnehmung in der SIXT Zielgruppe eine andere sein.

Während Menschen dazu neigen, sich gegen abstrakte und übergeordnete Figuren zu solidarisieren (und so Scherze auf Kosten von hochrangigen Politikern oft breite Zustimmung  erhalten), greift sich der Autovermieter hier einen Underdog als Opfer.

Mollath kann – so die wahrscheinliche Meinung der meisten – sich kaum auf Augenhöhe wehren. Und so wird er sicherlich nicht nur in der Fachpresse oder bei publizistischen Größen wie Stefan Niggemeier als Opfer von Sixt wahrgenommen. Anders, als Merkel, von der Leyen und Kollegen.

Im Gegensatz zu den üblichen Kampagnen kann hier SIXT nicht die David-Rolle im Konflikt mit den Goliaths aus Weltpolitik und High-Society einnehmen, sondern positioniert sich eher selbst als Riese Goliath Sixt im Kampf gegen David Mollath.

Wem in diesem Konflikt die Sympathien gehören dürfte klar sein.

Wir meinen: Klar über das Ziel hinausgeschossen, SIXT.

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20Jun/13Off

Sixt und die Politiker – Der Autovermieter hat wieder einmal schnell reagiert

Davina Bringewat

Der Autovermieter Sixt ist nicht nur für sein Kerngeschäft der Autovermietung bekannt, sondern auch für seine kreativen Werbemotive, die uns gerne mal schmunzeln lassen.

Drei Sixt-Werbe-Motive mit Politikern

Schon einige Politiker wurden unfreiwillig zum Werbe-Testimonial von Sixt, Quelle: Sixt

Dazu nutzt Sixt nicht nur sein schlichtes aber immer wieder strikt eingehaltenes Corporate Design, welches schon einmal für eine schnelle und einfache  Markenzuordnung sorgt. Gerne bedient sich die Marke an dem ein oder anderen Politiker und dessen – wie sage ich es am besten – Eskapaden.

Ursula von der Leyen, Gerwald Claus-Brunne und nicht zuletzt Ulla Schmidt, die mit ihrem Dienstwagen in den Urlaub fuhr und dessen Schlagzeile und Publicity sich Sixt nicht durch die Lappen gehen ließ, wurden schon zum unfreiwilligen Testimonial von Sixt.

Auch unsere Kanzlerin wurde schon früh zum Werbemotiv von Sixt und kann heute ein wahrscheinlich ebenso unfreiwilliges Comeback feiern:

Online-Banner von Sixt mit Angela Merkel

Aktuelles Online-Banner von Sixt mit Angela Merkel (Quelle: wuv.de)

Denn Sixt beweist einmal mehr ein Gespür für Schlagzeilen und Schnelligkeit: Gestern erst sagte Kanzlerin Merkel den jetzt schon jetzt legendären Satz: "Das Internet ist für uns alle Neuland" und prompt reagiert Sixt mit einem Anzeigen-Motiv (siehe Bild) mit der Headline „Für alle, die #Neuland entdecken wollen“ mit einem Bild der Kanzlering vor einem schicken SUV.

Kurz und Gut – so präsentiert sich das gelungenes Motiv von Sixt, welches sicherlich - wieder einmal - für viel Aufmerksamkeit in den online und offline Medien sogen wird.

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2Nov/12Off

Wer wirbt für wen? – Sportler in der Werbung

Davina Bringewat

Ob Banken-Werbung mit Dirk Nowitzki, Chips-Werbung mit Bastian Schweinsteiger oder Bier-Werbung mit den Klitschko Brüdern – jeder kennt sicherlich den ein oder anderen Werbespot, in dem ein Sportler seine Nase für ein Markenprodukt in die Kamera hält.

Seit gestern läuft im Fernsehen beispielsweise ein neuer Werbespot für MyDays. Darin sind die Speedkletterer Alexander und Thomas Huber (einst für Milchschnitte unterwegs) auf Geschenke-Mission und immer auf der Suche nach einem passenden und möglichst ausgefallenem Geschenk.

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6Dez/11Off

Wie Testimonials wirken oder: Herr Kaiser und Der Kaiser…

Joachim Agüeras Netz

Egal ob der Kaiser Franz oder Herr Kaiser von der Hamburg Mannheimer - die Auswahl eines passenden, starken Testimonials oder Models für die Werbekampagne ist ein bedeutsamer Schritt, schließlich schafft man hiermit im besten Fall einen echten Markenbotschafter (und im schlechtesten Fall einen echten Kundenschreck).

Doch was macht ein gutes Testimonial aus? Muss es bekannt sein, ein A-Promi wie Beckenbauer oder Bohlen? Und wie wirken Darsteller, die selbst gar keine Promis sind, aber durch

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5Mai/11Off

Trittbrettfahren in der Werbung – Werbeerfolg im Windschatten aktueller Ideen oder Stories

Davina Bringewat

Neid auf jemanden, der im Rampenlicht steht, ist nicht selten. Alle schauen ihn an, er hat die volle Aufmerksamkeit und Aufmerksamkeit ist etwas, was sich viele für ihre Werbung wünschen. Da liegt der Gedanke nahe, sich einfach eine Scheibe abzuschneiden.

Nicht selten kommt es vor, dass in der Werbung Prominenz und Aufmerksamkeit geklaut werden. Verlinkt man einer Kampagne oder Marke geschickt mit einem Thema oder eine Person, die gerade im Fokus der Öffentlichkeit steht, hat das einen positiven Aufmerksamkeitseffekt. Das Ganze ist nicht neu. Der häufigste und banalste Fall einer solchen

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