MediaAnalyzer Blog
3Mai/13Off

Shazam als sinnvolle Alternative zum QR-Code KANN funktionieren

Davina Bringewat

QR-Codes in der Werbung werden immer beliebter - werden aber auch gerne mal als unnütz kritisiert. Ja, darüber lässt sich streiten, aber ich denke, es gibt durchaus sinnvolle Gelegenheiten QR-Codes zu integrieren, Medien miteinander zu verknüpfen und im Optimalfall sofort Umsatz zu generieren. Ein positives Beispiel QR-Codes sinnvoll einzusetzen liefert nicht zuletzt die aktuelle Kampagne des Versandhauses Otto.

Es kommt dabei aber natürlich immer auf das Werbemittel an. Immer und überall machen QR-Codes sicherlich keinen Sinn. Betrachten wir beispielsweise TV-Werbung:

Ich sitze zu Hause auf dem Sofa, schaue eine Vorabendserie und es kommt Werbung. Würde ich aufstehen zum Bildschirm gehen und einen kleinen schwarz-weißen QR-Code vom Bildschirm abscannen, um mehr Informationen zu erhalten – und das alles innerhalb der 30 Sekunden eines klassischen TV-Spots? Sicherlich nicht!

Hier braucht es eine Alternative zum QR-Code, die sich für das Medium TV eignet, denn auch hier lohnt es sich die Medien miteinander zu verknüpfe und über das Internet eine Aktivierung und ggf.  direkte Handlungen auszulösen. Gerade vor dem Hintergrund, dass immer mehr TV-Zuschauer nicht mehr NUR Fernsehen, sondern häufig zeitgleich weitere Medien nutzen: In einer Studie des IT-Branchenverbandes Bitkom gaben 77 Prozent der Befragten an, parallel zum Fernsehen online zu gehen. Laut einer Online-Studie von ARD und ZDF nutzen User ihre Laptops, Tablets oder Smartphones nicht als Alternative zum Fernseher, sondern als so genannten „Second Screen“, um gleichzeitig mehrere Inhalte zu konsumieren.

Shazam-Einblendung am unteren Bildrand

Shazam-Einblendung am unteren Bildrand

Die Alternative für's TV heißt Shazam. Ursprünglich dazu gedacht Musiktitel  zu identifizieren, tritt es immer häufiger im Fernsehen in Erscheinung. Über das Mikrofon des Tablets oder des Smartphones werden Tonfolgen erkannt und passend dazu Links zu weiteren Inhalten angezeigt.

Ein durchaus positives Beispiel für eine Shazam-Integration in TV-Spots liefert beispielsweise Toyota. Im aktuellen TV-Spot für den Toyota Verso „Mein Papa ist mein Held“ bietet Toyota dem Betrachter an über Shazam "mehr zu erfahren".

Toyota bietet über Shazam viele weitere Informationen und Möglichkeiten

Toyota bietet über Shazam viele weitere Informationen und Möglichkeiten

Tagge ich den Spot, erhalte ich ein Menü mit verschiedenen Alternativen. Die erste davon ist vielleicht etwas fragwürdig: „TV Spot ansehen“. Na, daher komme ich ja gerade… Darüber hinaus gibt es aber auch durchaus sinnvollere Links wie weitere Informationen zum Toyota Verso (führt zur mobile Seite des Modells), einen Händler-Suche oder die Möglichkeit einen Termin für eine  Probefahrt zu vereinbaren. Eine rundum gelungene Form der crossmedialen Aktivierung von Werbekontakten.

Ein weiteres Beispiel für eine Shazam -Integration in  TV-Spots liefert ein anderer Automobilhersteller: Auch im TV-Spot des neuen Audi A1 admire finden wir unten am Bildschirmrand das Shazam-Logo. Und auch hier habe ich mein Smartphone gezückt...

Nach zwei Fehlschlägen „Wir konnten keine Treffer finden“ nennt mir Shazam den Song, der im Spot zu hören ist und bietet mir an, diesen auf amazon.de downzuloaden - von Audi oder dem neuen A1 ist keine Rede.

Shazam-Ergebnisse im Vergleich: Das Ergebnis bei Toyota (links) und Audi (rechts)

Audi liefert – im Gegenastz zu Toyota – leider nur ein klassisches Beispiel dafür, dass es nicht immer sinnvoll ist eine neue Spielerei unüberlegt einzusetzen.

Shazam bietet interessante Möglichkeiten TV-Spots „zu verlängern“, den Betrachter in ein anderes, interaktiveres Medium zu überführen und hier weiter Aktionen auszulösen. Dazu muss aber vorher überlegt werden, was demjenigen angeboten wird, der sich die Mühe macht, sein Smartphone zu zücken und den Spot zu taggen. Geschiet dies nicht,  bleibt das Shazam-Logo nur ein störendes Element im TV-Spot, welches die Aufmerksamkeit von Produkt und Marke ablenkt.

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11Apr/13Off

QR Codes auf Outdoor-Werbung – Sinnvoll integriert

Sebastian Grandt

Ich bin trotz großem Technik-Optimismus und Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem was QR-Codes angeht meist eher skeptisch.

Das kann gut und praktisch sein, aber wichtig ist eben auch: Wozu setzt man als Werbetreibender den QR-Code ein? Ist es überhaupt Zielführend diesen in den Auftritt zu integrieren?

Zunächst muss es dem Werbemittel gelingen, die Zielgruppe überhaupt zu motivieren, den QR-Code auch zu scannen. Aber damit ist es noch nicht getan. Das mit dem QR-Code verknüpfte Ziel ist äußerst entscheidend für den Erfolg der Kampagne und den Nutzen der QR-Codes an sich. Leider werden die Nutzer jedoch oft einfach auf die Website des Werbetreibenden geführt. Mit etwas Glück dient dann immerhin eine Mobile-Site als Landing-Page. Wichtig und sinnvoll, da wir hier schließlich von einem Kommunikationstool reden, das ja gerade auf die mobile Nutzung setzt.

Die Frage bleibt jedoch, was damit gewonnen ist, wenn der Plakat- oder Anzeigen-Rezipient die Website besucht.
In den meisten Fällen erwarten wir, dass dieser Besuch kaum messbare Effekte in der Zielgruppe erreichen kann. Zumal die User in der Regel bei Interesse auch ohne QR-Code in der Lage sind, die jeweils relevante Website zu finden. Oftmals ist der QR-Code also scheinbar eher "nice to have" als wesentlich für die Kommunikation. Nimmt aber Fläche auf dem Plakat und Aufmerksamkeit der Zielgruppe in Anspruch.

Eine Verknüpfung des QR-Codes mit dem eigentlichen Kampagnen-Ziel kann - vor allem im Einzelhandel - dagegen durch Werbemittel ausgelöste Impulse im Optimalfall abfangen und direkt in Handlungen konvertieren.

Der Otto-Versand macht gerade sehr geschickt vor, wie das gehen kann und wie man QR Codes optimal in Outdoor Plakate integrieren kann.

Einfach mal in die Situation versetzen: Sie stehen am Bahnhof, warten auf Ihre S-Bahn und erblicken das City-Light-Motiv...

Na klar, Fashion -  und in diesem Fall wohl auch die nette Spinne - ziehen die Blicke gut auf sich.

Es  mag vielleicht diskutiert werden, welche Frau bei dem Anblick der Spinne noch bis zum Schuh und im Anschluss dazu zum QR-Code vordringen mag. Aber am Bahnsteig hat man ja zumeist ein wenig Zeit. Und so werden sich die Blicke von der Spinne lösen und zum Schuh vordringen.

Die Schuhe gefallen?

Sehr gut!

Der Preis auch?

Perfekt!

Schnell den QR-Code scannen, direkt in Ottos Mobile-Shop auf der Produktseite landen und die Schuhe in den Warenkorb legen.

Der Kauf ist mit wenigen Klicks erledigt, die Bestellung bald auf dem Weg zu Ihnen.

Kürzer kann der Weg vom Werbemittel zum Umsatz kaum sein.

Und wenn die Schuhe doch nichts für Sie sind, steht das nächste Motiv, oder in desem Fall das nächste Produkt, nur wenige Meter weiter. Vielleicht gefällt Ihnen ja der Bikini  besser als die Sandalen.

Fast schon ein Versandhauskatalog zum hindurch schlendern.

Otto macht das äußerst geschickt und denkt dazu offenbar auch weiter: Bei den Großflächen an Hauptstraßen wurde auf den QR-Code verzichtet. Hier werden die meisten Personen kaum dazu kommen, sich in Ruhe mit dem Plakat zu befassen oder gar einen QR Code zu scannen - während der Wartezeit am Bahnsteig dagegen sicherlich.

QR-Codes können also durchaus auch bei Outdoor-Motiven eine gute Idee sein. Voraussetzung ist allerdings immer auch den nächsten Schritt der Zielgruppe im Hinterkopf zu haben.

Wenn relevante Informationen zu einem Angebot vermittelt werden könne, oder gar direkt in den Online-Shop weitergeleitet werden kann - prima, nutzen Sie QR-Codes! Wenn für den User jedoch am Ende der Besuch einer reinen Unternehmens-Website optimiert für Desktop-PCs herausspringt... Gibt es wahrscheinlich bessere Optionen, die immer knappe Fläche auf Ihren Kommunikationsmitteln zu belegen.

Nicht vergessen: QR-Codes können leicht von wichtigen Kommunikationszielen ablenken. Jedes Element ohne erkennbaren Nutzen sollte zumindest thematisiert werden, bevor eine Kampagne live geht.

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