Testimonials und die Tyrannei der Masse
Andreas BöttcherNeulich im SPON-Forum gelesen:
Ganz offenbar ist Persönlichkeits-Werbung in Zeiten von Shitstorm und Tyrannei der Masse keine gute Idee.
Der SPON-Forist tao68 kommentierte damit einen Artikel über den Kundenfrust bei 1&1, der trotz (oder gerade wegen?) der Image-Kampagne mit "Mr. Kundenzufriedenheit" Marcell D'Avis scheinbar immer noch vorherrscht. Die Kampagne lief seit Ende 2009 und wurde immer mal wieder variiert.
Zwar hat sich die Service-Qualität von 1&1 gemäß der DSL-Kundenumfrage der Computerbild mittlerweile um mehr als eine Schulnote verbessert, das Image konnte davon jedoch nicht profitieren. Das Produkt ist also besser geworden, aber die Werbung kann genau das nicht vermitteln. Was ist da nur schief gelaufen?
Service ist gerade bei Telefon- und Internet-Providern ein heikles Thema. Jeder scheint mit einem der vielen Anbieter schon einmal sein ganz persönliches Service-Erlebnis gehabt zu haben. War es vielleicht ein Fehler von 1&1, Kundenzufriedenheit und Service zum Thema einer Kampagne zu machen? Immerhin bot sich damit die Chance, sich von den Wettbewerbern positiv abzuheben...
Oder wurde eine an sich gute Idee einfach nur schlecht umgesetzt? Selbst eine vielfach preisgekrönte Agentur und ein Oscar-prämierter Regisseur konnten nicht verhindern, dass diese Kampagne hinsichtlich ihrer Glaubwürdigkeit ein Flop war. Die Inszenierung eines Mitarbeiters als personifizierte Service-Garantie schoss vielleicht sogar über das Ziel hinaus und hat Erwartungen geweckt, die nicht zu halten waren.
Insofern: Chance vertan und klassisch ausgekontert - der Vorteil entpuppte sich als gefährlicher Bumerang und bot mit der Werbefigur Marcell D'Avis bzw. der Art und Weise, wie diese Figur eingesetzt wurde, eine große Angriffsfläche für Kritiker. Und diese Kritiker sind laut und mächtig. Zumindest in ihrem Territorium, dem Internet. Sie können, wie es der Forist tao68 ausgedrückt hat, einen Shitstorm lostreten und damit Fassaden einreißen. Und dabei ist es egal, ob dies berechtigte oder willkürliche Kritik ist.
Was heißt das jetzt für die Werbung? Sollen gute Ideen so lange weichgespült werden, bis sie keine Angriffsfläche mehr bieten? Soll Werbung nicht mehr polarisieren dürfen? Soll Werbung uninteressant werden?
Oder anders gefragt: Sollen sich die Werbetreibenden der Tyrannei der Masse unterordnen? Dazu ein klares Nein. Sollen Sie dagegen versuchen, ihre Botschaft authentisch und glaubwürdig zu kommunizieren? Dazu ein klares Ja. Und das hat dann nichts mit sich unterordnen zu tun sondern mit der Bereitschaft, Werbung zu optimieren, auch wenn sie von einer großen Agentur geliefert wurde.
Mit einem Pretest der Kampagne wären mit Sicherheit Probleme hinsichtlich der Glaubwürdigkeit und Sympathie offensichtlich worden. Gerade im Hinblick auf das Service-Versprechen von 1&1 sind dies zwei entscheidende Eigenschaften, die die Werbung einfach besitzen muss. Bleibt zu hoffen, dass sich andere Unternehmen bei der Auswahl ihrer Testimonials, seien sie prominent wie Oliver Kahn für Wiesenhof oder authentisch wie die Mitarbeiter von Carglass und bei der Umsetzung der Ideen in Zukunft nicht nur auf die Agenturen sondern auch auf die bescheidene Meinung ihrer Zielgruppe verlassen werden.
Point of Sale – Die Bedeutung eines guten Packages für ein erfolgreiches Produkt
Joachim Agüeras NetzWenn wir über Marketing und Werbewirkung sprechen, dann meinen wir häufig TV, Print, Outdoor oder Dialogmarketing, gelegentlich auch Online, Radio oder Promotion. Dabei übersehen wir manchmal, dass ein ganz wichtiger Baustein für die erfolgreiche Vermarktung eines Produktes natürlich dort liegt, wo es verkauft wird: Am Point of Sale!
Die Gestaltung von TV-Spots oder auch Print und Outdoor-Kampagnen lässt viel Spielraum für Kreativität. Nicht selten steckt hinter der Hierarchie im Mediamix aber auch die Frage, wo das meiste Geld verdient wird oder wo ich mich am besten
2011 – Ein Jahr im marktforscherischen Schnelldurchlauf
Sebastian GrandtSeit fast zwölf Monate ist unser MediaAnalyzer-Blog jetzt online.
Zwölf spannende Monate, in denen wir uns hier, wie auch im beruflichen Alltag, mit unterschiedlichsten Themen beschäftigen durften.
Wir haben erlebt, wie Wahrnehmungsforschung dazu führt, dass New York $ 27.000.000 investiert. Haben uns mit click-through und conversion-rates beschäftigt und mit unseren Kunden gemeinsam daran gearbeitet, nicht nur Online sondern auch Offline möglichst positive Effekte zu erzielen. Wir haben außerdem
Wie Testimonials wirken oder: Herr Kaiser und Der Kaiser…
Joachim Agüeras NetzEgal ob der Kaiser Franz oder Herr Kaiser von der Hamburg Mannheimer - die Auswahl eines passenden, starken Testimonials oder Models für die Werbekampagne ist ein bedeutsamer Schritt, schließlich schafft man hiermit im besten Fall einen echten Markenbotschafter (und im schlechtesten Fall einen echten Kundenschreck).
Doch was macht ein gutes Testimonial aus? Muss es bekannt sein, ein A-Promi wie Beckenbauer oder Bohlen? Und wie wirken Darsteller, die selbst gar keine Promis sind, aber durch
Usability: Unscharfe Web-Teaser – eine gute Idee?
Andreas Böttcher
Auf usabilityblog.de habe ich letzte Woche einen interessanten Beitrag von Thorsten Wilhelm gelesen. Darin stellte er die These auf, dass sich unscharfe Teaser auf einer Webseite von anderen Elementen abheben und somit auffällig sind und schnell fixiert werden. Als Beispiel diente die Startseite des Mirapodo-Onlineshops.
Ich war zunächst skeptisch, da der Beitrag letztlich nur eine Prognose lieferte, jedoch eine Überprüfung der These schuldig blieb. Also haben wir kurzerhand einen kleinen Online-Test mit AttentionTracking aufgesetzt: Einer Hälfte der Probanden
Wie TV-Spots hohe Awareness schaffen und auf das Markenimage einzahlen.
Joachim Agüeras NetzWir bei MediaAnalyzer haben wirklich einen tollen Job. Wir sind ja in der glücklichen Situation, Werbung zu testen und unsere Kunden dabei zu unterstützen, aus guten Kampagnen-Ideen das Maximum für die Marke herauszuholen. Konkret bedeutet das zum Beispiel, jene Variante zu finden, die die größte Wirkung in der Zielgruppe erzielt, die hohe Awareness schafft und möglichst langfristig auf das Markenimage einzahlt.
Manchmal hilft es dabei, sich von aktuellen Kampagnen zu lösen und auch mal einen Blick zurück zu wagen. Was sind z.B. die Werbespots, die uns nach vielen Jahren bis heute in Erinnerung geblieben sind? Was zeichnet sie aus? Gibt es vielleicht etwas,
Digital Signage – Werbemedium der Zukunft?
Sebastian GrandtDigital Signage ist zurzeit in aller Munde. Und manch einer fragt sich wohl zu Recht, warum eigentlich. Die W&V hat mit Thomas Dockter von Dockter Marketing, Köln gesprochen und einige interessante Aspekte angesprochen. Unter anderem
Internet vs. TV: Nicht nur der Werbespot, sondern auch der Werbeträger wirkt!
Franziska-UhlmannJeder von uns arrangiert sich mit Medien auf individuelle Art und Weise:
Es gibt Menschen, die behaupten sogar abhängig zu sein - weitaus mehr sind es tatsächlich. Und auch solche, die Medienkonsum ablehnen. Die Mehrheit integriert jedoch Medien, ob aus privaten oder geschäftlichen Gründen, in den Alltag.
Dabei versucht die Marktforschung typische Nutzertypen zu segmentieren, um Ableitungen für eine zielgruppenspezifische Ansprache zu generieren. Beispielsweise unterscheidet man bei den Gründen für die Mediennutzung zwischen dem Stillen
Die Startseiten von Versicherungen im Vergleich – wenn der erste Eindruck der letzte bleibt
Davina BringewatHeute mal in eigener Sache:
Haben Sie schon eine Zahnzusatzversicherung? Wie sieht es aus mit einer Arbeitsunfähigkeitsversicherung? Oder wollen Sie vielleicht noch bis zum 30. November Ihre Kfz-Versicherung wechseln? Wenn wir eine neue Versicherung suchen, werden wohl die meisten von uns – mich eingeschlossen – erst einmal das Internet um Rat fragen. Versicherungsvergleiche aber auch die Webseiten der Versicherer werden besucht. Was ich dann dort zu sehen und natürlich auch zu lesen bekomme, wird mich in meiner Entscheidung wesentlich beeinflussen.
Und die Startseiten von Versicherungen gefallen nicht alle gleich gut! Die aktuelle Studie „Webseiten der Assekuranz 2011“ von Media Analyzer zeigt, dass es wesentliche Leistungsunterschiede zwischen den
Wie wichtig die Glaubwürdigkeit von Anzeigen für das Markenimage ist
Andreas BöttcherVor gar nicht allzu langer Zeit haben wir hier in diesem Blog von irreführender Werbung berichtet. Nun gab es ganz aktuell einige Urteile im Fall von Internet-Flatrate-Werbungen. Irreführend ist hier die Bezeichnung "unbegrenzt surfen", wo doch tatsächlich die Übertragungsgeschwindigkeit nach dem Erreichen einer bestimmten Datenmenge derart gedrosselt wird, dass man die Lust am Surfen sowieso verlieren würde.
Und wer dachte, dass dies nur ein Einzelfall ist, der sieht sich getäuscht. Sucht man z.B. über Google nach aktuellen
Größe ist nicht alles: Von Äpfeln, Birnen und Benchmarks
Andreas BöttcherMenschen wollen vergleichen: sich selbst mit anderen aber auch verschiedene Dinge miteinander. Der Vergleich hilft, sich ein realistisches Bild von der Welt zu machen. Der amerikanische Sozialpsychologe Leon Festinger hielt dieses Sich-Vergleichen-Wollen sogar für ein sehr wichtiges, menschliches Bedürfnis.
Kein Wunder, dass auch Marktforschungs-Kunden immer alles vergleichen wollen - und damit meine ich nicht den Preis!
Gemeint sind die Ergebnisse unserer Werbemitteltests. Oftmals testen unsere Kunden zwei oder mehr Variationen eines Plakats, einer Anzeige oder eines TV-Spots. Im Report erfährt der Kunde dann, dass Motiv B stärker zum Kauf des Produkts
Der positive Effekt von negativen Nachrichten
Susanne KrämerOb bei der Wirkung von Printanzeigen, Plakaten, Online- oder TV-Werbung – die Botschaft spielt immer eine entscheidende Rolle. Möglichst perfekt soll es sein, das beworbene Produkt, ohne Haken, ohne Macke und vor allem besser als andere. Ich möchte nichts Negatives hören, über das was ich kaufe. Sie vielleicht?
Forscher der Stanford und Tel Aviv Universität haben jetzt in einer aktuellen Studie herausgefunden, dass Konsumenten ein Produkt eher kaufen, wenn es als nicht zu perfekt beworben wird. Erhalten Verbraucher minimale negative
Nervig, nerviger, TV-Werbung – gut, besser Plakatwerbung
Davina BringewatWer kennt das nicht: Man sitzt abends auf der Couch und schaut sich einen Block-Buster im Fernsehen an. Und dann, mitten in der spannendsten Szene: Werbung.
Oder aber während eines wichtigen Dialogs fährt plötzlich eine überdimensionale Bier-Flasche durchs Bild.
Auch immer wieder schön: Die letzte Szene ist noch nicht einmal ganz zu Ende da wird man schon daran erinnert wer diesen (nicht ganz vollständigen) Film präsentiert hat.
Da kann Werbung – und ich bin generell eigentlich eher ein Fan - schon mal nerven. Das zeigen auch
Online-Erreichbarkeit schwieriger Zielgruppen zunehmend leichter
Sebastian GrandtGerade in den Anfängen war die schwierige Erreichbarkeit von Zielgruppen ein wesentlicher Kritikpunkt an Online-Marktforschung und Online-Werbung. Während jüngere (und technikaffine) Männer sehr schnell recht gut im Internet zu erreichen waren, konnten gerade ältere Menschen nur schwer angesprochen werden.
Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt aber deutlich, dass der Anteil der typischen Offliner kontinuierlich schrumpft. Die gerade erschienene ard-zdf Onlinestudie illustriert:
In den letzten fünf Jahren sind mehr als 10 Millionen Deutsche Onliner hinzugekommen.
Kein Schwein ruft mich an: Online überholt CATI
Katrin EhrichGeht es Ihnen da genauso wie mir: Mich hat noch nie jemand wegen einer Befragung angerufen. Und ich weiß nicht, ob ich während der Live-Übertragung des DFB-Pokal-Finales die Zeit und die Lust hätte, Fragen zu meiner Zufriedenheit mit der Deutschen Bahn zu beantworten. Außerdem bin ich bei Anrufen ja eher skeptisch (außer Günther Jauch ist dran) und vermute wohl eher einen versteckten Werbeanruf.
Auftraggeber von Marktforschungsstudien entscheiden sich mittlerweile immer öfter für Online-Interviews: War seit dem Jahr 2002 stets das Telefoninterview die führende Befragungsart, wurden im Jahr 2010
Mangelndes Feedback auf Beschwerden – Deutsche ärgern sich über Kundenservice
Susanne KrämerDie Mehrzahl der Deutschen hat laut einer Umfrage der Kommunikationsberatung Faktenkontor schlechte Erfahrungen mit dem Kundenservice.
Besonders schlecht präsentieren sich dabei offenbar die öffentlichen Verwaltungen, gefolgt von Verkehrsunternehmen, wie Fluggesellschaften oder der Deutschen Bahn.
Jeder zweite Bürger gibt an, dass auf Beschwerden spät oder gar nicht reagiert wird. Dabei sind die Ansprüche der Kunden




