MediaAnalyzer Blog
5Mai/110

Trittbrettfahren in der Werbung – Werbeerfolg im Windschatten aktueller Ideen oder Stories

Davina Bringewat

Neid auf jemanden, der im Rampenlicht steht, ist nicht selten. Alle schauen ihn an, er hat die volle Aufmerksamkeit und Aufmerksamkeit ist etwas, was sich viele für ihre Werbung wünschen. Da liegt der Gedanke nahe, sich einfach eine Scheibe abzuschneiden.

Nicht selten kommt es vor, dass in der Werbung Prominenz und Aufmerksamkeit geklaut werden. Verlinkt man einer Kampagne oder Marke geschickt mit einem Thema oder eine Person, die gerade im Fokus der Öffentlichkeit steht, hat das einen positiven Aufmerksamkeitseffekt. Das Ganze ist nicht neu. Der häufigste und banalste Fall einer solchen Trittbrettfahrerei ist sicherlich die Verwendung eines aktuell bekannten Testimonials.

Es gibt aber noch weitere häufig auch sehr medienwirksame Beispiele wo Werbetreibende gerne mal auf einen fahrenden Zug aufspringen.

Hier ein paar Beispiele: Mittlerweile schon bekannt für spontanes Trittbrettfahren ist Sixt. Die Autovermietung greift in ihren Anzeigen und Plakaten gerne aktuelle und vor allem politische Themen auf und profitiert dann von der Aktualität des Themas wie z.B. damals die Dienstwagen-Affäre um Ulla Schmidt zu der Sixt titelte: „Es gibt Sixt doch auch in Alicante“. Da das Gesicht der damaligen Bundesministerin für Gesundheit  zu der Zeit von allen Zeitungen lächelte, war sie wahrscheinlich temporär bekannter als jedes prominente Testimonial – und so viel günstiger!

Mit ähnlichen Hintergedanken ist auch unsere WM-Krake Paul durch Iglo ganz schnell im nächsten Kühlregal gelandet und Iglo fragte: „Wo ist eigentlich Paul?“ Durch den aktuellen Bezug konnte die Werbung leichter in Erinnerung bleiben, da sie ganz einfach mit bereits vorhandenen und zudem emotionalen Inhalten im Gedächtnis verknüpft werden konnte.

Interessant wird es auch, wenn Werbetreibende nicht auf den Hype aktueller Themen, sondern auf den Hype erfolgreicher Werbung aufspringen und sich dabei gleich auch noch an der Idee bedienen.  So hat das jetzt z.B. Marvel getan. Über das Viral von VW mit der Miniatur-Version von Darth Vader wurde hier bereits geschrieben und wahrscheinlich haben die meisten das Viral mittlerweile gesehen. Nun ist ein Viral von Marvel zum Film Thor aufgetaucht, welches genau dieselbe Geschichte erzählt. Diesmal wird jedoch nicht für das Auto sondern für den kleinen Superhelden in diesem Fall Thor und damit für den aktuellen Film von Paramount Pictures  geworben.

Ob der kleine Bruder die 37.417.173 Aufrufe des großen VW-Passat Vorgängers erreichen wird, ist sicherlich fraglich aber satte 1.776.579 Aufrufe in zwei  Wochen können sich durchaus sehen lassen. Und VW wird sich freuen. Jeder der Viewer des Thor-Viral wird wohl einen kleinen Moment auch an den Vorgänger Viral von VW und im besten Fall auch an den schicken Passat gedacht haben.

So profitieren am Ende eben beide.

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