MediaAnalyzer Blog
1Jul/11Off

Trauet euren Augen nicht…

Joachim Agüeras Netz

"Was nicht gesehen wird, kann auch nicht wirken."

Jeder, der schon länger mit MediaAnalyzer zusammenarbeitet, hat diesen Satz sicher schon einmal gehört. Denn dieser Satz stellt eine Grundvoraussetzung in der Kampagnengestaltung dar. Nicht nur wir Marktforscher predigen das. Auch die Kreativen weisen zurecht darauf hin, dass das Erzeugen von Aufmerksamkeit die zentrale Basis ist, um sich im überfluteten Werbeumfeld durchzusetzen.

Genau aus diesem Grund ist die Messung der Wahrnehmung ein wichtiger Bestandteil unserer Tests. Nur wenn wir messen und verstehen, wie ein Werbemittel wahrgenommen wurde, welche Bereiche gesehen wurden und welche nicht, erhalten wir in Kombination mit der Befragung ein vollständiges Bild von der Wirkung der Kampagne und können sie gezielt optimieren.

Die Beschäftigung mit diesem Thema beinhaltet aber neben der beruflichen Seite erfreulicherweise auch die Möglichkeit, anhand von spannenden Beispielen zu veranschaulichen, wie unsere Aufmerksamkeit funktioniert - und wie man sie manchmal ganz schön hinters Licht führen kann. Hier daher nun einmal einige verblüffende optische Illusionen, die Sie vielleicht noch nicht kennen.

Als erstes ein sehr schönes Foto aus Stockholm. Fällt Ihnen etwas auf?

Scheinbarer Abgrund

Scheinbarer Abgrund (Quelle: thingsthatmakeyouhappy.com)

Obwohl man ahnt, dass dieser Abgrund nicht wirklich existiert, gelingt es nicht, dort nur eine Bodenmalerei zu sehen. Unsere Wahrnehmung siegt über unseren Verstand, die unbewusste Vorverarbeitung von Informationen setzt sich durch.

Sehr gut umgesetzt auch diese Variante der sich (scheinbar) bewegenden Muster.

Irreale Bewegung

Irreale Bewegung (Quelle: moillusions.com)

Ist es nicht erstaunlich, wie wir so getäuscht werden können, dass wir sogar Bewegung sehen, wo keine ist? Es funktioniert allerdings nur in den Bereichen, die wir nicht direkt fixieren.

Zuletzt noch ein Suchbild. Sehen Sie hier etwas, abgesehen von vertikalen Linien? Falls nicht versuchen Sie es einmal mit mehr Abstand vom Monitor.

Mehr als Streifen

Mehr als Streifen (Quelle: moillusions.com)

Diese Beispiele zeigen, dass nicht unsere Augen dafür verantwortlich sind, wie wir etwas wahrnehmen, sondern unser Gehirn. Bei allen äußerlichen Reizen spielen die Art der Signalverarbeitung und die Vorerfahrung des Gehirns die entscheidende Rolle dabei, wie genau etwas eingeordnet wird. Dies ist ein komplexer, nicht-bewusster Prozess. Bewusst wird uns dann nur dass, was am Ende dieses Prozesses herauskommt. Und das entspricht, wie man sieht, nicht immer ganz der Wirklichkeit.

Und die Moral von der Geschicht'? "Trauet euren Augen nicht!" Oder anders ausgedrückt: Gehen Sie niemals davon aus, dass der Betrachter alle Dinge genauso sieht, wie Sie sie sehen...

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