MediaAnalyzer Blog
7Jun/120

Gewalt, Diskriminierung oder Sexismus – was regt am meisten auf? Die Top-Ten der unbeliebtesten Werbekampagnen

Davina Bringewat

Zum 50.Geburtstag veröffentlichte die britische Werbeaufsichtsbehörde „Advertising Standards Authority“,  kurz ASA in ihrem aktuellen Jahresbericht eine Top-10-Liste der meist beklagten Werbekampagnen der letzten 50 Jahre.

Mit 1.671 Beschwerden auf Platz 1 steht ein TV-Spot des Fast Food Herstellers Kentucky Fried Chicken. Der Werbespot zeigt Frauen in einem Call Center, die fröhlich – aber mit vollem Mund – einen neuen Salat der Fast Food Kette besingen.

Die Beschwerden drehten sich dabei hauptsächlich darum, dass der Spot schlechte Manieren zeige und so Kinder dazu animiere sich ungebührend zu verhalten. Die Beschwerden wurden abgelehnt – die ASA war der Meinung die Werbung würde weder zwingend zu einer Verhaltensänderung bei Kinder führen noch die elterliche Autorität untergraben.

Gegen die Kampagnen der Plätze 2-10 wurden unter anderem wegen folgender Themen Beschwerden eingereicht:  schlechter Kundenservice, verwirrende Preise, diskriminierende Darstellung von Behinderten, vermeintliche Förderung von Tierquälerei, Beleidigung gegenüber Religionen/Atheisten, Gewaltverherrlichung, Erotik, Übertreibungen & Panikmache.

Trotzdem schaffte es bei den unzähligen kritischen Darstellungen, die in Werbekampagnen thematisiert werden das „schlechte Benehmen“ auf Platz 1. Die Darstellung von Frauen, die mit vollem Mund singen verursachte tatsächlich mehr Beschwerden als beispielsweise die Darstellung von Gewalt.

In fünf der zehn Fälle wurden die Kampagnen nicht beanstandet, drei Mal wurden die Beschwerden unterstützt und die Werbetreibenden abgemahnt und zwei Mal wurden die Beschwerden in Teilen unterstützt und Empfehlungen ausgesprochen.

Auffällig: Neun der zehn Kampagnen in den Top-Ten sind aus dem Jahr 2000 oder später. Stellt sich natürlich die Frage, ob Werbung so viel dramatischer und provozierender geworden ist. Sicher ist: In Zeiten, in denen nicht selten mehrere Medien gleichzeitig konsumiert werden und in denen uns täglich mehrere Tausend Werbebotschaften begegnen, hat Werbung es schwer, den Konsumenten zu erreichen. Da wird hier und da auch zu kritischen Themen gegriffen, um aufzufallen. Möglich ist aber auch, dass sich heute – in Zeiten des Web 2.0. – die Menschen schlicht und einfach häufiger beteiligen, mitreden wollen und mehr Beschwerden einreichen.

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