Das Kreuz mit den GROSSBUCHSTABEN kostet New York $27 Mio. Dollar
Davina BringewatTexte in GROSSBUCHSTABEN sind schwerer zu lesen als Texte in Groß- und Kleinbuchstaben. Das ist weitläufig bekannt und wer daran zweifelt, kann hier gerne einen kleinen Selbstversuch starten:
Einfach lesen:
"Luat enier Sidtue an eienr elgnhcsien Uvrsnäiett, ist es eagl in wcheler Rhnfgeeloie die Bstuchbaen in eniem Wrot snid. Das eniizg Whictgie ist, dsas der etrse und der lztete Bstuchbae am rtigeichn Paltz snid… DER RSET KNAN TATOL DEIURANCHNEDR SIEN UND MAN KNAN ES IENRMOMCH ONHE PORBELM LSEEN."
Der Grund, weshalb dies so ist, ist ganz einfach: Wir lesen Worte nicht Buchstabe für Buchstabe, sondern erfassen ein Wort als Ganzes. Worte in GROSSBUCHSTABEN fehlt allerdings eine visuelle Struktur und wir können diese nicht so einfach erfasssen. Da alles gleich aussieht, es keine Längen nach oben oder unten gibt, wird die Wortmustererkennung erschwert.
Die Tatsache an sich ist zwar nicht neu, führt jetzt aber dazu, dass die New Yorker konsequent durchgreifen: Um die Verkehrssicherheit in New York zu verbessern, werden alle Straßenschilder der Millionenmetropole von Großbuchstaben befreit. Indem die Lesbarkeit der Verkehrsschilder verbessert wird, sollen die Verkehrsteilnehmer zukünftig kürzer durchs Lesen abgelenkt werden und sich besser auf den Verkehr konzentrieren können. Die New York Post berichtet, dass alle 205.900 Straßenschilder, die in New York seit über 100 Jahren in Versalien geschrieben sind nun ausgetauscht werden sollen. Bei einer Investition von $110 pro Schild, wird die Aktion den Staat New York etwa $27,6 Mio. Dollar kosten.
Exkurs:
Starbucks hätte vielleicht den Artikel über die New Yorker Investitionen neben dem ihr Banner erschienen ist (siehe Bild) lesen und den Grund dafür verinnerlichen sollen. Dann – so könnte man meinen – hätte Starbucks vielleicht die Gestaltung der Texte überarbeitet, um die Lesbarkeit des Banners zu optimieren. Aber das ist natürlich rein spekulativ.
Wie auch immer, der Austausch der Schilder in New York hat bereits begonnen und soll bis 2018 beendet sein.
Netter Nebeneffekt:
Die Umgestaltung der Straßenschilder sorgt nicht nur für ein sichereres New York, sondern auch für ein freundlicheres. Eine Schreibweise in Großbuchstaben bedeutet nicht nur im Internet, dass ein Wort geschrien wird. So lässt sich vermuten, dass New York zukünftig nicht nur sicherer, sondern auch ein bisschen leiser wird.
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