MediaAnalyzer Blog
24Okt/14Off

Schnelle Reaktion als PR Vorteil

Gastbeitrag

Reisende in Deutschland haben es zurzeit nicht leicht. Die Großkonzerne Lufthansa und Deutsche Bahn wurden zuletzt in kurzen Abständen von den jeweiligen Gewerkschaften bestreikt, und so wurde ein erheblichen Teil des Reiseverkehrs lahmgelegt. Dies gipfelte vergangenes Wochenende – pünktlich zum Ferienbeginn in vielen Bundesländern – in einem Streik der GDL über das gesamte Wochenende. Die verärgerten Betroffenen waren gezwungen, sich alternative Reisemöglichkeiten zu suchen. Neben Fernbusanbietern rieben sich auch sämtliche Autovermietungen die Hände und nutzten die Notlage zu ihrem Vorteil.

Passend dazu veröffentlichte Europcar am 15. Oktober auf seiner deutschen Facebook-Seite einen streikbezogenen Post mit dem Spruch „Streikbrecher auf vier Rädern“.

Europcar: Streikbrecher auf vier Rädern

Quelle: facebook.com/europcarDE

Das geht noch besser, dachte sich der Autovermieter Sixt und postete zwei Tage später ein Bild mit einem großen Herz und der Unterschrift „HDGDL, GDL“. Die altbekannte Abkürzung aus dem SMS Zeitalter (Hab Dich ganz doll lieb) kombiniert mit GDL (Gewerkschaft Deutscher Lokführer) kam mit mehr als 3.500 Likes und vielen lobenden Kommentaren gut an. Manche wollten diese Werbung sogar auf ein T-Shirt gedruckt haben. So einfach und wirkungsvoll kann Werbung sein!

Sixt: HDGDL, GDL

Quelle: facebook.com/sixt.autovermietung

Kurz danach folgte eine weitere Watsche, diesmal an die Lufthansa. Mit dem Wortspiel „Streik? Strike!“ nahm Sixt die Fluggesellschaft auf’s Korn und erntete auch dafür einige Personen, denen dies auf Facebook gefiel.

Sixt: Streik? Strike!

Quelle: facebook.com/sixt.autovermietung

Diese Beispiele verdeutlichen, wie wirkungsvoll die Nutzung von Social Media Kanälen als Werbeplattform sein kann. Durch das Anklicken des „Gefällt mir“ Buttons durch Facebook-Nutzer streut sich eine solche Anzeige fast wie von selbst und erreicht ohne großen Aufwand mehrere Tausend Menschen. Es zeigt sich außerdem, dass eine schnelle Reaktion auf ein emotional  aufreibendes Thema wie Streiks vorteilhaft ist, solange der Groll der Kunden noch stark ist. Als betroffener Kunde  empfindet man das Teilen dieser Anzeigen möglicherweise als eine kleine Rache an den Gewerkschaften oder Streikenden. Durch die Kommentare anderer fühlt man sich besser, nach dem Motto: geteiltes Leid ist halbes Leid.

Gastbeitrag von: Jule Hohmann

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2Okt/14Off

Musik in den Köpfen der Zielgruppe

Verena Piaskowy

TV-Spots bedienen sich gerne passender Songs um ein Produkt oder eine Marke perfekt in Szene zu setzen. Die Musik transportiert dabei nicht nur die Stimmung und weckt Emotionen, sie trägt auch dazu bei, dass wir die beworbenen Produkte damit verknüpfen. So denkt der Kunde im Optimalfall immer, wenn er den Werbesong hört, an das Produkt. Einige Musiktitel lernen wir auch erst über einen TV-Spot kennen, bevor wir sie dann irgendwann auch im Radio hören. So haben beispielsweise die Dauerbrenner „Safe and Sound“ von Capital Cities und „We are the People“ von Empire Of The Sun lange implizit für Vodafone geworben.

Es kommt allerdings auch vor, dass ein Song von verschiedenen Marken für die Fernsehwerbung genutzt wird. Liegen zwischen Marke1 und Marke2 bereits einige Jahre, wird dies vermutlich kaum jemandem auffallen. Falls der Song aber so stark mit der Marke verknüpft ist, wird es der „Nachahmer“ schwer haben.

Wer erinnert sich nicht an den emotionalen TV-Spot, in dem ein Vater seiner kleinen Tochter E-Mails schreibt?

Die dazugehörige Musik ist auf jeden Fall im Kopf geblieben. Es fällt schwer, bei der aktuellen Werbung für Garnier UltraLift nicht automatisch an Google zu denken.

Mit einem besonderen TV-Spot präsentierte sich Volvic in letzter Zeit im TV. Eindrucksvolle Natur-Szenen, etwas düster gehaltene Farben, gepaart mit kraftvoller Musik von Woodkid.

Fast könnte man glauben, Volvic hätte nach einiger Zeit eine kürzere Version des TV-Spots im deutschen Fernsehen geschaltet. Ähnlich von der Art, von den Bildern und den Farben her und auch die Musik ist geblieben. Wenn man der kurzen Einblendung des Logos zu Beginn keine Aufmerksamkeit schenkt, dann lösen erst die letzten Sekunden auf: dieser Spot wirbt für ein Parfum von Diesel.

Bei der Auswahl für die musikalische Untermalung eines TV-Spots muss man also Augen und Ohren offen halten, um sich individuell in den Köpfen der Zielgruppe platzieren zu können.

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