Vergleichende Werbung: O2 schlägt zurück
Madlen SchäferSeit 12 Jahren darf in der EU vergleichend geworben werden, also die Vorteile der eigenen Produkte denen der Konkurrenz gegenübergestellt werden. Hierzulande gehen Firmen diesen Werbeweg noch recht vorsichtig, wohl aus Angst vor zurückschlagenden Kampagnen oder dem zurückschlagenden Anwalt. Schade eigentlich, denn gerade diese Art der Werbung ist doch für Verbraucher witzig und unterhaltsam – erst recht, wenn die zum Vergleich herangezogene Marke darauf reagiert.
Umso erfreuter sind wir über diesen Fund heute Morgen: „Was ist blau und günstiger als Telekom?“ fragt O2.
Ein weiterer Meilenstein im Schlagabtausch zwischen den beiden Netzbetreibern. Seit O2 mit seinen massiven Netzproblemen in der Kritik stand und steht, lies die Telekom nichts unversucht, Marktanteile vom Konkurrenten abzugreifen. Ganz geschickt wurden Web- und Print-Anzeigen dort platziert, wo sich enttäuschte Kunden tummeln.
Und auch im Netz wurde das Thema interessiert verfolgt:
- Telekom wirbt mit Slogan "O2 can't do"
- Telekom nutzt Netzschwäche von O2 in Werbung aus
- Telekom schießt mit der Werbung gegen die Netzprobleme von o2
Wir sind gespannt, ob es irgendwann einen Sieger im Duell gibt – oder weitere witzige Kampagnen.
PS: Eine kleine Gefahr sehen wir allerdings mit Blick auf die Werbewirkung des erwähnten Banners, denn durch das Web huschende User, nehmen sich bekanntermaßen selten die Zeit, Banner von der ersten bis zur letzten Sekunde zu verfolgen. Beim schnellen Weiterklicken und nur aus dem Augenwinkel wahrgenommen, besteht die Gefahr, dass ausschließlich Branding für den magentafarbenen Konkurrenten stattfindet und nicht für O2. Aber witzig ist die Idee allemal.
Testimonials und die Tyrannei der Masse
Andreas BöttcherNeulich im SPON-Forum gelesen:
Ganz offenbar ist Persönlichkeits-Werbung in Zeiten von Shitstorm und Tyrannei der Masse keine gute Idee.
Der SPON-Forist tao68 kommentierte damit einen Artikel über den Kundenfrust bei 1&1, der trotz (oder gerade wegen?) der Image-Kampagne mit "Mr. Kundenzufriedenheit" Marcell D'Avis scheinbar immer noch vorherrscht. Die Kampagne lief seit Ende 2009 und wurde immer mal wieder variiert.
Zwar hat sich die Service-Qualität von 1&1 gemäß der DSL-Kundenumfrage der Computerbild mittlerweile um mehr als eine Schulnote verbessert, das Image konnte davon jedoch nicht profitieren. Das Produkt ist also besser geworden, aber die Werbung kann genau das nicht vermitteln. Was ist da nur schief gelaufen?
Service ist gerade bei Telefon- und Internet-Providern ein heikles Thema. Jeder scheint mit einem der vielen Anbieter schon einmal sein ganz persönliches Service-Erlebnis gehabt zu haben. War es vielleicht ein Fehler von 1&1, Kundenzufriedenheit und Service zum Thema einer Kampagne zu machen? Immerhin bot sich damit die Chance, sich von den Wettbewerbern positiv abzuheben...
Oder wurde eine an sich gute Idee einfach nur schlecht umgesetzt? Selbst eine vielfach preisgekrönte Agentur und ein Oscar-prämierter Regisseur konnten nicht verhindern, dass diese Kampagne hinsichtlich ihrer Glaubwürdigkeit ein Flop war. Die Inszenierung eines Mitarbeiters als personifizierte Service-Garantie schoss vielleicht sogar über das Ziel hinaus und hat Erwartungen geweckt, die nicht zu halten waren.
Insofern: Chance vertan und klassisch ausgekontert - der Vorteil entpuppte sich als gefährlicher Bumerang und bot mit der Werbefigur Marcell D'Avis bzw. der Art und Weise, wie diese Figur eingesetzt wurde, eine große Angriffsfläche für Kritiker. Und diese Kritiker sind laut und mächtig. Zumindest in ihrem Territorium, dem Internet. Sie können, wie es der Forist tao68 ausgedrückt hat, einen Shitstorm lostreten und damit Fassaden einreißen. Und dabei ist es egal, ob dies berechtigte oder willkürliche Kritik ist.
Was heißt das jetzt für die Werbung? Sollen gute Ideen so lange weichgespült werden, bis sie keine Angriffsfläche mehr bieten? Soll Werbung nicht mehr polarisieren dürfen? Soll Werbung uninteressant werden?
Oder anders gefragt: Sollen sich die Werbetreibenden der Tyrannei der Masse unterordnen? Dazu ein klares Nein. Sollen Sie dagegen versuchen, ihre Botschaft authentisch und glaubwürdig zu kommunizieren? Dazu ein klares Ja. Und das hat dann nichts mit sich unterordnen zu tun sondern mit der Bereitschaft, Werbung zu optimieren, auch wenn sie von einer großen Agentur geliefert wurde.
Mit einem Pretest der Kampagne wären mit Sicherheit Probleme hinsichtlich der Glaubwürdigkeit und Sympathie offensichtlich worden. Gerade im Hinblick auf das Service-Versprechen von 1&1 sind dies zwei entscheidende Eigenschaften, die die Werbung einfach besitzen muss. Bleibt zu hoffen, dass sich andere Unternehmen bei der Auswahl ihrer Testimonials, seien sie prominent wie Oliver Kahn für Wiesenhof oder authentisch wie die Mitarbeiter von Carglass und bei der Umsetzung der Ideen in Zukunft nicht nur auf die Agenturen sondern auch auf die bescheidene Meinung ihrer Zielgruppe verlassen werden.
Point of Sale – Die Bedeutung eines guten Packages für ein erfolgreiches Produkt
Joachim Agüeras NetzWenn wir über Marketing und Werbewirkung sprechen, dann meinen wir häufig TV, Print, Outdoor oder Dialogmarketing, gelegentlich auch Online, Radio oder Promotion. Dabei übersehen wir manchmal, dass ein ganz wichtiger Baustein für die erfolgreiche Vermarktung eines Produktes natürlich dort liegt, wo es verkauft wird: Am Point of Sale!
Die Gestaltung von TV-Spots oder auch Print und Outdoor-Kampagnen lässt viel Spielraum für Kreativität. Nicht selten steckt hinter der Hierarchie im Mediamix aber auch die Frage, wo das meiste Geld verdient wird oder wo ich mich am besten
Sexismus oder Sex sells – Stress mit dem Werberat im Sinne der Aufmerksamkeit
Davina BringewatWerbung muss wirken, darin sind sich sicher alle Werbetreibenden einig. Aber um zu wirken, muss die Werbung wahrgenommen werden. Und um wahrgenommen zu werden, muss sie zwischen den zahlreichen Werbebotschaften, die uns täglich begegnen, auffallen.
Um nun aufzufallen, greifen Werbende zu den unterschiedlichsten Mitteln. Da werden zum Beispiel bekannte
(Zuviel) Online-Werbung wirkt (kontraproduktiv?)
Sebastian GrandtPräsenz und Sichtbarkeit sind, wie bekannt sein dürfte, ein hohes Gut auch im Bereich der Online-Werbung. Webads sollen schließlich gesehen und beachtet werden.
Ein beliebter und naheliegender Weg in den Fokus der Aufmerksamkeit und damit hoffentlich in die Gehirne der Zielgruppe zu gelangen, ist es, die Webads im oberen Bereich der jeweiligen Site zu platzieren. Immerhin wird dieser Bereich nicht nur als erstes gesehen, sondern in der Regel auch von allen Usern beachtet. Dabei ist dann theoretisch auch egal, ob der User sich länger auf der Site aufhält, oder nach dem Anblick des oberen Bereichs direkt abwandert. Die Werbung wurde ausgeliefert und war im sichtbaren Bereich.
Natürlich motiviert dies viele Anbieter von Webangeboten die Werbeflächen genau in diesem Bereich zu platzieren. Bietet sich so doch viel eher die Chance auf Views, Clicks und
Kontextbasierte Online-Werbeplatzierung – Aufmerksamkeitsmagnet oder Imagerisiko?
Susanne KrämerWer am Wochenende die Website eines der führenden Mail Provider aufgerufen hat, wird auf der Startseite das Bild des havarierten Kreuzfahrtschiffes «Costa Concordia» gesehen haben und möglicherweise auch die daneben platzierte Werbung von AIDA.
Nur ein Beispiel von vielen aus der Reihe „fehlplatzierte Werbung“. Wir alle kennen sie und haben schon oft darüber geschmunzelt. Ob Werbung für Fernreisen neben einem Artikel über einen Flugzeugabsturz (tuifly) oder für den Ausbau eines neuen Unternehmens neben der Nachricht über einen abgebrannten Imbiss (Blackberry).
Doch wie wirkt diese kontextbezogene Werbung eigentlich?
Die zum Teil unpassende Nachbarschaft fällt auf und
2011 – Ein Jahr im marktforscherischen Schnelldurchlauf
Sebastian GrandtSeit fast zwölf Monate ist unser MediaAnalyzer-Blog jetzt online.
Zwölf spannende Monate, in denen wir uns hier, wie auch im beruflichen Alltag, mit unterschiedlichsten Themen beschäftigen durften.
Wir haben erlebt, wie Wahrnehmungsforschung dazu führt, dass New York $ 27.000.000 investiert. Haben uns mit click-through und conversion-rates beschäftigt und mit unseren Kunden gemeinsam daran gearbeitet, nicht nur Online sondern auch Offline möglichst positive Effekte zu erzielen. Wir haben außerdem
Sehen, was andere sehen – Visualisierung von Aufmerksamkeitsdaten
Andreas BöttcherZahlenkolonnen, staub-trockene Statistiken, endlose Tabellenbände soweit das Auge reicht. Die Erkenntnisse aus komplexen Daten sind nicht immer einfach darstellbar. Auch in der Aufmerksamkeitsforschung messen wir nackte Zahlen, u.a. Zeiträume im Milisekundenbereich oder Kontaktwerte.
Es ist nun einmal, wie es ist: Zahlen bilden die Grundlage - auch unserer Wahrnehmungsanalysen.
Inspiriert durch einen Artikel von André Mory auf konversionsKRAFT
Wie Testimonials wirken oder: Herr Kaiser und Der Kaiser…
Joachim Agüeras NetzEgal ob der Kaiser Franz oder Herr Kaiser von der Hamburg Mannheimer - die Auswahl eines passenden, starken Testimonials oder Models für die Werbekampagne ist ein bedeutsamer Schritt, schließlich schafft man hiermit im besten Fall einen echten Markenbotschafter (und im schlechtesten Fall einen echten Kundenschreck).
Doch was macht ein gutes Testimonial aus? Muss es bekannt sein, ein A-Promi wie Beckenbauer oder Bohlen? Und wie wirken Darsteller, die selbst gar keine Promis sind, aber durch
Kreative Outdoor Werbung – schnell reagiert, gut platziert
Davina BringewatWerbung wird immer im Kontext eines spezifischen Umfeldes betrachtet: Im Umfeld anderer Werbung, in einem redaktionellen Umfeld, auf einer Webseite oder auch draußen zwischen Häusern und Geschäften. Abhängig vom Medium ist das Umfeld unterschiedlich stark, unterschiedlich flexibel und hat nicht selten auch direkten Einfluss auf das Werbemittel.
Wir alle kennen wahrscheinlich das ein oder andere Beispiel von besonders gut oder eher ungeschickt platzierter Werbung. Die meisten werden z.B. die
Usability: Unscharfe Web-Teaser – eine gute Idee?
Andreas Böttcher
Auf usabilityblog.de habe ich letzte Woche einen interessanten Beitrag von Thorsten Wilhelm gelesen. Darin stellte er die These auf, dass sich unscharfe Teaser auf einer Webseite von anderen Elementen abheben und somit auffällig sind und schnell fixiert werden. Als Beispiel diente die Startseite des Mirapodo-Onlineshops.
Ich war zunächst skeptisch, da der Beitrag letztlich nur eine Prognose lieferte, jedoch eine Überprüfung der These schuldig blieb. Also haben wir kurzerhand einen kleinen Online-Test mit AttentionTracking aufgesetzt: Einer Hälfte der Probanden
Wie TV-Spots hohe Awareness schaffen und auf das Markenimage einzahlen.
Joachim Agüeras NetzWir bei MediaAnalyzer haben wirklich einen tollen Job. Wir sind ja in der glücklichen Situation, Werbung zu testen und unsere Kunden dabei zu unterstützen, aus guten Kampagnen-Ideen das Maximum für die Marke herauszuholen. Konkret bedeutet das zum Beispiel, jene Variante zu finden, die die größte Wirkung in der Zielgruppe erzielt, die hohe Awareness schafft und möglichst langfristig auf das Markenimage einzahlt.
Manchmal hilft es dabei, sich von aktuellen Kampagnen zu lösen und auch mal einen Blick zurück zu wagen. Was sind z.B. die Werbespots, die uns nach vielen Jahren bis heute in Erinnerung geblieben sind? Was zeichnet sie aus? Gibt es vielleicht etwas,
“Liebe Antonia…” – Danke Google für diese Werbung
Davina BringewatÜber Pre-Roll-Werbung lässt sich sicher streiten. Die einen sind genervt, wenn sie Videoinhalte im Web nicht gleich ansehen können, die anderen können verstehen, dass hochwertige Inhalte auch finanziert werden müssen.
Wo sich aber, denke ich, alle einig sind: Wenn schon Pre-Roll-Werbung, dann bitte unterhaltsam.
Ich selber verfolge meist die Vermeidungsstrategie: Wenn ich im Web unterwegs bin, habe ich immer mehrere Tabs gleichzeitig geöffnet. Wenn ein Pre-Roll-Spot läuft, klicke ich auf einen andern Tab und kehre erst zurück, wenn mir der Ton verrät, dass der „richtige“ Inhalt beginnt. Und ich nehme mal an, mit dieser Arbeitsweise bin ich nicht ganz allein auf dieser
Digital Signage – Werbemedium der Zukunft?
Sebastian GrandtDigital Signage ist zurzeit in aller Munde. Und manch einer fragt sich wohl zu Recht, warum eigentlich. Die W&V hat mit Thomas Dockter von Dockter Marketing, Köln gesprochen und einige interessante Aspekte angesprochen. Unter anderem
Internet vs. TV: Nicht nur der Werbespot, sondern auch der Werbeträger wirkt!
Franziska-UhlmannJeder von uns arrangiert sich mit Medien auf individuelle Art und Weise:
Es gibt Menschen, die behaupten sogar abhängig zu sein - weitaus mehr sind es tatsächlich. Und auch solche, die Medienkonsum ablehnen. Die Mehrheit integriert jedoch Medien, ob aus privaten oder geschäftlichen Gründen, in den Alltag.
Dabei versucht die Marktforschung typische Nutzertypen zu segmentieren, um Ableitungen für eine zielgruppenspezifische Ansprache zu generieren. Beispielsweise unterscheidet man bei den Gründen für die Mediennutzung zwischen dem Stillen
Männer trinken Bier, Frauen lieben Schuhe – Geschlechter-Klischees in der Werbung
Joachim Agüeras NetzMein Sohn ist vier Jahre alt. Schon seit geraumer Zeit weiß er genau: Wenn im Spielzeugkatalog die rosa Sachen kommen, dann "ist das für Mädchen!". Paff, Klischee verstanden & funktioniert.
Auch in der Werbung wird gern mit Klischees gespielt. Dabei gibt es jedoch zwei verschiedene Herangehensweisen. Die eine Variante, welche häufig als platt wahrgenommen wird und negative Reaktionen hervorruft, reflektiert das Klischee
Die Startseiten von Versicherungen im Vergleich – wenn der erste Eindruck der letzte bleibt
Davina BringewatHeute mal in eigener Sache:
Haben Sie schon eine Zahnzusatzversicherung? Wie sieht es aus mit einer Arbeitsunfähigkeitsversicherung? Oder wollen Sie vielleicht noch bis zum 30. November Ihre Kfz-Versicherung wechseln? Wenn wir eine neue Versicherung suchen, werden wohl die meisten von uns – mich eingeschlossen – erst einmal das Internet um Rat fragen. Versicherungsvergleiche aber auch die Webseiten der Versicherer werden besucht. Was ich dann dort zu sehen und natürlich auch zu lesen bekomme, wird mich in meiner Entscheidung wesentlich beeinflussen.
Und die Startseiten von Versicherungen gefallen nicht alle gleich gut! Die aktuelle Studie „Webseiten der Assekuranz 2011“ von Media Analyzer zeigt, dass es wesentliche Leistungsunterschiede zwischen den
Wie wichtig die Glaubwürdigkeit von Anzeigen für das Markenimage ist
Andreas BöttcherVor gar nicht allzu langer Zeit haben wir hier in diesem Blog von irreführender Werbung berichtet. Nun gab es ganz aktuell einige Urteile im Fall von Internet-Flatrate-Werbungen. Irreführend ist hier die Bezeichnung "unbegrenzt surfen", wo doch tatsächlich die Übertragungsgeschwindigkeit nach dem Erreichen einer bestimmten Datenmenge derart gedrosselt wird, dass man die Lust am Surfen sowieso verlieren würde.
Und wer dachte, dass dies nur ein Einzelfall ist, der sieht sich getäuscht. Sucht man z.B. über Google nach aktuellen





